Salome – who?!

Ein performativer Theaterabend

Fotos: Leszek Januszewski

Salomé – namenlos in der Bibel, jung und schön, Objekt der Begierde. Sie spürt die Blicke ihres Stiefvaters, verliebt sich in die Stimme des Propheten Jochanaan – und lässt ihn köpfen, um seine Lippen zu küssen. Macht, Begehren, Projektion. Oscar Wilde gibt ihr einen eigenen Willen, eine Stimme: „Ich habe deinen Mund geküsst, Jochanaan.“

Diese Salomé ist mehr als Verführerin – sie ist Rebellin, Rätsel, Projektionsfläche. 1959 schuf die Künstlerin Roswitha Lüder eine Serie farbgewaltiger Lithografien, in denen Salomé sinnlich, stark, selbstbestimmt erscheint. Zwischen diesen Bildern entfaltet sich ein intensives Zweipersonenstück.

Im Rahmen der Ausstellung „InformELLE – Künstlerinnen der 1950/1960er Jahre“ begegnen die Schauspielerinnen Johanna Polley und Camilla Pölzer der Figur Salomé neu – im Spannungsfeld zwischen patriarchaler Überlieferung und feministischem Gegenwartsbewusstsein.

Was heißt es heute, Salomé zu sein? Zu tanzen – weil man muss? Oder weil man will? Wo beginnt, wo endet weibliche Macht?

„Salomé – who?“ fragt: Wer sieht hier eigentlich wen an?

Und: Was sehen wir, wenn wir Weiblichkeit ins Zentrum stellen?

Das Stück wurde eigens vom Emil Schumacher Museum in Auftrag gegeben – als eigenständiger künstlerischer Beitrag im Rahmenprogramm der Ausstellung InformELLE. Ausgangspunkt ist das frühe grafische Werk der Malerin Roswitha Lüder (*1935), die als letzte noch lebende Künstlerin der Ausstellung in der Hagener Station in besonderer Weise gewürdigt wird. Ihr Ausdrucksdrang, ihre kraftvolle Bildsprache und ihr Interesse an mythisch-literarischen Stoffen verbinden sie mit Emil Schumacher, der sich selbst wiederholt mit Themen aus dem Alten Testament und dem Gilgamesch-Epos – den Gründungsmythen der Menschheitsgeschichte – auseinandersetzte.

Premiere: 13.November 2025, Emil Schumacher Museum Hagen

Team

Konzept und Spiel: Camilla Pölzer

Konzept und Spiel: Johanna Polley

Regie/ Outside Eye: Sylvie Niemann

Gefördert durch: Emil Schuhmacher Museum Hagen

Eine Produktion von Camilla Pölzer und Johanna Polley